Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026
Wann ist eine Probenahme überhaupt sinnvoll?
Viele Schimmelschäden lassen sich bereits durch Ortsbegehung, Feuchtemessung und Öffnung verdächtiger Bauteile beurteilen. Proben sind vor allem dann sinnvoll, wenn ein verdeckter Schaden eingegrenzt, ein Materialbefall geklärt, eine besondere Nutzung berücksichtigt oder eine Sanierung kontrolliert werden soll.
Eine Probe beantwortet immer nur eine konkrete Frage. Sie kann nicht allgemein feststellen, ob ein Raum „gesund“ ist oder ob individuelle Beschwerden durch Schimmel verursacht wurden.
Warum sind offene Petrischalen problematisch?
Bei passiven Sedimentationsproben ist die erfasste Luftmenge unbekannt. Das Ergebnis hängt stark von Luftbewegung, Aufenthaltsdauer, Personen im Raum und zufälliger Ablagerung ab. Ein positiver Befund ist deshalb nicht automatisch ein Gebäudeschaden; ein unauffälliger Befund schließt verdeckten Befall nicht aus.
Wie wird fachgerecht untersucht?
Je nach Fragestellung kommen Material-, Oberflächen-, Staub- oder aktive Luftproben infrage. Aktive Luftproben werden mit definierter Luftmenge und geeigneten Vergleichsproben durchgeführt. Außenluft, Nachbarräume, Nutzung und Witterung können für die Bewertung wichtig sein. Probenahme, Laborverfahren und Interpretation müssen aufeinander abgestimmt sein.
Vor der Beauftragung sollte deshalb geklärt werden, welche Entscheidung das Untersuchungsergebnis ermöglichen soll. Häufig verhindert eine fachkundige Ortsbegehung unnötige Proben und führt schneller zur eigentlichen Feuchteursache.