Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026
1. Anamnese und Ortsbegehung
Erfasst werden Nutzung, Beschwerden oder Gerüche, Baualter, Materialien, Umbauten, Feuchte- und Schadensereignisse sowie zeitliche Auffälligkeiten. Die Ortsbegehung prüft mögliche Quellen, Luftwege, Wärmebrücken und verdeckte Konstruktionen.
2. Arbeitshypothese und Messplanung
Aus den Befunden werden konkrete Hypothesen gebildet. Danach wird entschieden, ob Feuchte-, Klima-, Luft-, Staub-, Material-, Faser-, Radon-, Schall- oder Feldmessungen erforderlich sind. Messbedingungen und mögliche Vergleichsproben werden vorab festgelegt.
3. Probenahme und Labor
Proben müssen repräsentativ, dokumentiert und mit einem geeigneten Verfahren untersucht werden. Blindproben, Außenluft- oder Referenzproben können nötig sein. Qualitätssicherung und Nachweisgrenzen des Labors sind bei der Interpretation zu berücksichtigen.
4. Bewertung
Ergebnisse werden mit offiziellen Richtwerten, gesetzlichen Vorgaben, technischen Regeln, Hintergrundwerten oder fachlich begründeten Vergleichswerten abgeglichen. Unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe dürfen nicht vermischt werden. Ein Laborwert ohne Kontext ist selten ausreichend.
5. Bericht und Maßnahmen
Der Bericht trennt Beobachtungen, Messwerte, Bewertung, Unsicherheiten und Empfehlungen. Wenn Daten keine eindeutige Aussage erlauben, wird dies benannt. Medizinische Diagnosen gehören nicht in einen baubiologischen Bericht; bei gesundheitlichen Fragestellungen wird eine ärztliche Abklärung empfohlen.
