Chemische Wohngifte

Farbtöpfe in einer Druckerei

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026

„Wohngifte“ ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff. Fachlich wird nach Stoff, Quelle, Aufnahmeweg, Konzentration, Expositionsdauer und Bewertungsmaßstab unterschieden.

Flüchtige Stoffe

VOC und Formaldehyd können aus Farben, Lacken, Klebstoffen, Holzwerkstoffen, Bodenbelägen, Möbeln und Haushaltsprodukten stammen. Raumluftmessungen müssen Nutzung, Lüftung, Temperatur und die vermutete Quelle berücksichtigen.

Schwerflüchtige Stoffe

Holzschutzmittel, PCB, PAK, Weichmacher oder Flammschutzmittel können sich an Staub und Oberflächen anlagern. Je nach Fragestellung sind Material-, Staub- oder Luftproben geeignet. Eine einzelne Probe ohne Quellenbezug ist häufig nicht ausreichend.

Schwermetalle, Partikel und Fasern

Schwermetalle können in alten Farben, Beschichtungen und Stäuben vorkommen. Asbest und alte Mineralwolle sind insbesondere bei Bearbeitung oder Rückbau relevant. Für Probenahme und Sanierung gelten besondere Schutz- und Entsorgungsanforderungen.

Bewertung

Zur Bewertung werden unter anderem AIR-Richtwerte, das AgBB-Schema, technische Regeln, Hintergrundwerte und nutzungsspezifische Anforderungen herangezogen. Ein Messwert allein ist keine medizinische Diagnose. Bei Beschwerden sind ärztliche Abklärung und bauliche Quellenuntersuchung voneinander zu unterscheiden und sinnvoll aufeinander abzustimmen.

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