Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026
Radon entsteht im Boden aus natürlichen radioaktiven Zerfallsreihen. Es kann durch Fugen, Leitungsdurchführungen, Schächte und andere Undichtigkeiten aus dem Baugrund in Gebäude gelangen. Häufig sind erdberührte Räume am stärksten betroffen; Luftströmung, Gebäudedichtheit, Lüftung und Nutzung beeinflussen die Konzentration.
Referenzwert und Gesundheitsrisiko
Für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze gilt in Deutschland ein Referenzwert von 300 Bq/m³ für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration. Der Referenzwert ist keine Grenze zwischen „gefahrlos“ und „gefährlich“. Ein sicherer Schwellenwert, unterhalb dessen Radon das Lungenkrebsrisiko nicht erhöht, ist nicht bekannt. Das Risiko steigt mit Konzentration und Dauer der Exposition und ist bei Rauchern im absoluten Vergleich besonders hoch.
Wie wird Radon gemessen?
Für die Beurteilung von Aufenthaltsräumen sind Langzeitmessungen mit Exposimetern besonders geeignet. Weil die Konzentration jahreszeitlich und im Tagesverlauf stark schwankt, sollte idealerweise über zwölf Monate gemessen werden. Kürzere orientierende oder aktive Messungen können Eintrittspfade und zeitliche Verläufe zeigen, ersetzen aber nicht ohne Weiteres den Jahresmittelwert.
Was tun bei erhöhten Werten?
Mögliche Maßnahmen reichen von verändertem Lüften über die Abdichtung von Eintrittspfaden bis zu technischen Lüftungs- oder Absaugsystemen. Die passende Lösung hängt von Gebäude, Nutzung, Messverlauf und Eintrittspfaden ab. Nach der Sanierung ist der Erfolg durch erneute Messung zu kontrollieren.
Radonvorsorgegebiete kennzeichnen Regionen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit; auch außerhalb solcher Gebiete können einzelne Gebäude erhöhte Werte aufweisen. Umgekehrt ist nicht jedes Gebäude innerhalb eines Vorsorgegebiets betroffen.
